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WM 2026: Die umweltschädlichste Ausgabe?

Trotz Nachhaltigkeitsversprechen könnten die Ausmaße des Flugverkehrs und der CO2-Fußabdruck das Turnier zum ökologisch herausforderndsten Sportereignis der Geschichte machen.

WM 2026: Die umweltschädlichste Ausgabe?

Foto: Tyson Bennett / Unsplash (https://unsplash.com/@tysonbennett)

Die Nachhaltigkeitsherausforderung der WM 2026

Die WM 2026, die in drei nordamerikanischen Ländern stattfinden wird, wurde als die nachhaltigste Ausgabe in der Geschichte des Fußballs angepriesen. Die FIFA hat einen Plan veröffentlicht, der die Nutzung erneuerbarer Energien, die Kompensation von Emissionen und den Bau von Stadien mit LEED-Zertifizierung vorsieht. Die Realität der Turnierlogistik wirft jedoch Fragen auf.

Flugverkehr, der größte Schuldige

Die Anzahl der Teams, Delegationen und Fans, die zwischen Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada reisen werden, übersteigt die Zahlen früherer Turniere bei weitem. Schätzungen zufolge werden über 200 Passagierflugzeuge für die Fahrten zwischen den verschiedenen Stadien eingesetzt, was zu CO₂-Emissionen führt, die nach vorläufigen Schätzungen von Umweltgruppen 10 Millionen Tonnen CO₂ übersteigen könnten.

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Foto: Mylo Kaye / Unsplash (https://unsplash.com/@mylokaye)

Was bedeutet das?

  • Flugemissionen: Passagierflugzeuge sind für etwa 2 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Multipliziert mit Hunderten von Flügen wird die Auswirkung erheblich.
  • CO₂-Kompensation: Die FIFA hat angekündigt, in Aufforstungs- und saubere Energieprojekte zu investieren, um Emissionen auszugleichen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen hängt jedoch von der Qualität, Dauer und Transparenz der Projekte ab.
  • Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung: Die Kluft zwischen Versprechungen und Realität kann die Glaubwürdigkeit der FIFA und der Organisatoren untergraben.

Der CO₂-Fußabdruck der Infrastruktur

Im Gegensatz zu früheren Turnieren, bei denen Stadien in einer einzigen Nation gebaut oder renoviert wurden, erfordert die WM 2026 den Bau neuer Anlagen in mehreren Städten. Der Bau von Stadien mit grüner Zertifizierung beinhaltet:

  • Verwendung von recycelten und emissionsarmen Materialien.
  • Abfallmanagementsysteme während des Baus.
  • Energiesparende Technologien und Wassergewinnungssysteme.

Editorial-Bild

Foto: Alex Simpson / Unsplash (https://unsplash.com/@m_simpsan)

Der Bau neuer Infrastrukturen erzeugt jedoch in der Bauphase in der Regel einen erheblichen CO₂-Fußabdruck. Die Frage ist, ob die Vorteile des Stadionbetriebs die anfänglichen Auswirkungen überwiegen.

Logistik und der CO₂-Fußabdruck der Delegationen

Delegationen von Teams, Medien, Sponsoren und Offiziellen reisen oft mit Privatjets und Frachtflugzeugen, um Ausrüstung zu transportieren. Jeder zusätzliche Flug bedeutet Tausende von Kilogramm CO₂. Die Organisationsbehörden haben vorgeschlagen:

  • Reisekoordination: Bündelung von Reisen zu gemeinsamen Zeiten, um die Anzahl der Flüge zu reduzieren.
  • Nutzung von Bodentransportmitteln: Förderung der Nutzung von Hochgeschwindigkeitszügen und Elektrobussen, wo immer möglich.
  • Anreize zur Emissionsreduzierung: Boni für Teams, die Praktiken zur Reduzierung von CO₂-Emissionen anwenden.

Die Kontroverse um Kompensationen

Das Modell der CO₂-Kompensation ist zwar beliebt, wird aber von einigen Experten wegen mangelnder Strenge und der Möglichkeit kritisiert, dass es als Ausflucht statt als echte Lösung genutzt wird. Die wichtigsten Argumente sind:

  • Unsichere Messung: Es ist schwierig, die Menge an CO₂, die ein Aufforstungsprojekt im Laufe seines Lebens absorbieren kann, genau zu quantifizieren.
  • Projektdauer: Wälder müssen jahrzehntelang erhalten bleiben, um ihre Rolle bei der Kohlenstoffbindung zu erfüllen.
  • Soziale Vorteile: Kompensationen bringen nicht immer direkte Vorteile für lokale Gemeinschaften.

Globale Perspektive und Vergleiche

Der Vergleich der WM 2026 mit früheren Turnieren erfordert eine kohärente Methodik. Einige Studien haben den gesamten CO₂-Fußabdruck pro Spiel, pro Fan und pro Team berechnet. Obwohl die Daten variieren, deutet der Trend darauf hin, dass das Reisevolumen der relevanteste Faktor ist.

Schlussfolgerungen

Die Nachhaltigkeit der WM 2026 ist ein komplexes Thema, das ehrgeizige Bestrebungen mit realen logistischen und ökologischen Herausforderungen verbindet. Die FIFA und die Organisatoren müssen nachweisen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen über oberflächliche Kompensationen hinausgehen und dass das Turnier ein Vorbild für ökologische Verantwortung werden kann.

Offene Fragen

  • Wird die CO₂-Kompensation ausreichen, um die Auswirkungen des Flugverkehrs auszugleichen?
  • Wie wird die Wirksamkeit von grünen Infrastrukturen in der Betriebsphase gemessen?
  • Welche Rolle werden Fans und Sponsoren bei der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks spielen?

Die Beantwortung dieser Fragen wird darüber entscheiden, ob die WM 2026 den Titel der nachhaltigsten Ausgabe tragen kann oder ob sie als die umweltschädlichste in die Geschichte eingehen wird.